…kleiden das Handeln…

Doch terminologische Gewänder allein reichen nicht aus, um wirkungsvoll der Trennung zwischen Menschen entgegenzuwirken. Notwendig ist besonders ein Handeln, durch das unsere Ideen umgesetzt werden.

Wir gehen davon aus, dass vielen der geflüchteten Menschen die hiesige WG-Wohnkultur unbekannt ist. Nicht nur wissen sie zumeist nicht, was eine WG ist, sondern assoziieren mit ihr, wenn sie erstmalig davon hören, oft die ihnen bekannten Massenunterkünfte. Auf dieser Grundlage sollte niemand in eine WG einziehen! Deshalb ist es geradezu zentral, dass wir geflüchtete Menschen, mit denen wir in Kontakt treten, von Anfang an über Wegeleben und die WG-Wohnkultur aufklären. Zu diesem Zweck führen wir Infoveranstaltungen durch, die jedoch nichts mit einer einseitigen Informationsbeschallung am Hut haben. Vielmehr zeichnen sich diese Veranstaltungen dadurch aus, dass in einer offenen Diskussion den teilnehmenden Menschen die WG-Wohnkultur und Wegeleben nähergebracht wird. Stets lassen wir eine solche Diskussionsrunde in einer WG ausklingen, um den Teilnehmenden anschaulich zu zeigen, wovon wir ihnen erzählen. Die anwesenden Übersetzer_innen spielen hierbei nicht bloss die Rolle von Eins-zu-Eins-Übersetzenden, sondern nehmen, als mit hiesigen Mentalitäten und solchen anderer Länder vertraute Menschen ebenfalls aktiv an der Diskussion teil.

In einem nächsten Schritt sitzen wir in aller Ruhe einzeln mit jenen Menschen zusammen, die sich nach der Diskussionsrunde auch wirklich vorstellen können, baldmöglichst in eine WG einzuziehen. In diesen Gesprächen bringen wir in Erfahrung, welche Art von WG passend wäre und gehen in der folgenden Zeit aktiv für die und mit den Interessierten auf WG-Zimmersuche.